• Virtual Reality Braukeller

    Virtual Reality Braukeller

    The Experience.

    Begeben Sie sich auf eine virtuelle Reise durch den Doppelleu Braukeller.

Virtual Reality Braukeller

Neue Blickwinkel

Die KIESELMANN 3-D Brewery Experience der Doppelleu Brauwerkstatt ist ein besonderes Erlebnis. Das dreidimensionale YouTube-Video verschafft Ihnen einen lebendigen Eindruck unseres Know-hows und Könnens.

Während der virtuellen Fahrt durch den Gärkeller können Sie mit Ihrer Computer-Mouse den Blickwinkel ändern. Eine leichte Mouse-Bewegung genügt, um neue Details zu entdecken. Auf mobilen Endgeräten können Sie die Blickrichtung mit den Fingern steuern.

Viel Spaß bei der KIESELMANN 3-D Brewery Experience der Doppelleu Brauwerkstatt.

Treten Sie ein...

und starten Sie die KIESELMANN 3-D Brewery Experience

  1. Klicken Sie am rechten unteren Rand des YouTube-Players auf Vollbild.
  2. Starten Sie das Video durch einen Klick auf das Abspiel-Symbol (Button in der Mitte des Videos).
  3. Nach einer kurzen Begrüßung beginnt die Fahrt automatisch.
  4. Je nachdem ob Sie das Video am Desktop-Computer (a) oder auf einem mobilen Endgerät (b) anschauen, können Sie die Blickrichtung während der Videofahrt mit der Mouse (a) oder durch bewegen Ihres Smartphones oder Tablets (b) steuern.

Erfahren Sie noch mehr über den Anlagenbau des Doppelleu Braukellers: Der Fachbericht

Maximale Flexibilität aus einer Hand

400 Doppelsitzventile und 4.000 Meter verbautes Trägerrohr sind Teilsummen eines der jüngsten Erfolgsprojekte der KIESELMANN Anlagenbau GmbH. In 18 Monaten errichteten die Knittlinger Spezialisten für Fluidtechnik einen vollautomatisierten Lagerkeller für die Doppelleu Brauwerkstatt AG.

In der Schweiz haben die Brauer aus Winterthur einen regelrechten Senkrechtstart hingelegt. Ende 2012 gegründet, hat Doppelleu mit obergärigem Craft Beer und einem prägnanten Markenauftritt den Geschmacks-Nerv der Zeit getroffen. Ob im Ladengeschäft oder am Tresen, immer häufiger sieht und hört man in der Schweiz: „CHOPFAB“. Geköpft wird in diesem Fall ein „kühles Blondes“, Rotes, Schwarzes oder Weize. Die Chopfab Biere charakterisieren den Einstieg in das Craft-Beer-Angebot der Brauerei. Intensiver und etwas exotischer im Geschmack sind die namensgebenden Doppelleu Biere. Das Besondere des gesamten Sortiments: die Winterthurer brauen ausschließlich obergärige Biere. Die Kreationen entspringen dem Ideenreichtum des technischen Führungsteams, Philipp Wagner und Patrick Thomi. Bereits 2015 war die Nachfrage nach den Bieren so groß, dass ein zusätzliches Sudhaus sowie eine neue Abfüllanlage in Betrieb genommen wurden.

Vollverglastes Vorzeigeprojekt

Ein solch rasantes Wachstum bedarf Anlagentechnik, die Schritt halten kann. Der im Frühjahr 2017 fertiggestellte, vollautomatisierte Lagerkeller ist das Paradebeispiel einer Anlage ohne Tempolimit. „Doppelleu produziert aktuell 15 verschiedene Biersorten mit mehreren unterschiedlichen Hefestämmen. Die Anlage verarbeitet all diese unterschiedlichen Biere und Stämme vollautomatisch – und ist auch darauf ausgelegt, problemlos weitere Biere zu fahren“, so Christian Ernst, Senior Projektleiter für brautechnische Großprojekte bei KIESELMANN Anlagenbau. Er hat bereits zahlreiche Großprojekte betreut, nennt den Lagerkeller in Winterthur jedoch das bisher „kompletteste Brauereiprojekt der KIESELMANN Fluid Process Group“. Auch für Ralf Haas, Obermonteur bei KIESELMANN Anlagenbau, ist der vollverglaste, automatisierte Lagerkeller nahezu einzigartig in der Schweiz: „Und auch in Deutschland muss man lange suchen bis man eine Anlage findet, die so flexibel ist und einen vergleichbaren Automatisierungsgrad aufweist. Wir sprechen von einer „Viertel-Mann-Anlage“. Da maximal zwei Stunden der täglichen Arbeitszeit eines Mitarbeiters erforderlich sind, um die vollautomatisierten Prozesse zu steuern. An herkömmlichen Anlagen mit Paneel- oder Schlauchtechnik arbeiten in der Regel ein bis zwei Mitarbeiter pro Tag Vollzeit“.

Unternehmensverbund für alle Gewerke

KIESELMANN Anlagenbau GmbH trat im Verbund der KIESELMANN Fluid Process Group als Generalunternehmer auf. Sämtliche Gewerke wurden von vier der insgesamt elf Firmen des Unternehmens-Netzwerks ausgeführt: die KIESELMANN GmbH fertigte die Ventile und Rohre, von Rieger Behälterbau kamen die Tanks, AquaDuna stattete die Tanks mit Reinigungsmaschinen aus und das KIESELMANN Anlagenbau Team konzipierte und leitete das gesamte Projekt.

Die Chemie stimmt bei den Brauern aus dem Kanton Zürich und den Anlagenexperten aus dem Schwäbischen. „Wir kreieren ständig neue Biere – bisher mindestens zwei pro Jahr. Daher war es für uns entscheidend, dass die Anlage äußerst flexibel ist. Im Gespräch mit Christian Ernst zeigte sich schnell, dass wir mit KIESELMANN den perfekten Partner für dieses Vorhaben gefunden hatten“, begründet Doppelleu Braumeister Patrick Thomi die Zusammenarbeit. Das KIESELMANN Anlagenbau Team ist auf Brauereien spezialisiert. Über 80% aller Projekte, die das Unternehmen abwickelt, sind Brauereianlagen. „Für uns war es ein großer Vorteil, dass wir mit Christian Ernst einen zentralen Ansprechpartner hatten, der uns über das gesamte Projekt begleitet hat, von der Kaufphase bis zur Inbetriebnahme. Das vereinfachte die Kommunikation über alle Bauphasen, minimierte unseren Koordinationsaufwand und optimierte die gesamte Projektabwicklung“, so Patrick Thomi. Die technische Führungsebene von Doppelleu hatte klare, ambitionierte Vorgaben für die Anlage: ein reproduzierbarer, standardisierter Produktionsbetrieb im kaltaseptischen Bereich mit normierter Hygiene in Tanks, Rohrleitungen und sonstigen Gerätschaften. Darüber hinaus sollte das Hefemanagement in den Bereichen Reinzucht, Propagation und Hefelagerung optimiert werden.

Kosten sparend geplant

Ende 2015 begann die Feinprojektierung des vollautomatisierten Lagerkellers. Nach drei intensiven Monaten des Planens und Entwerfens wurden die Komponenten am KIESELMANN Hauptsitz in Knittlingen gefertigt und nach Winterthur geliefert. Der Startschuss für die neunmonatige Montagephase vor Ort. Ein neun-köpfiges Team von KIESELMANN Anlagenbau koordinierte die einzelnen Projektschritte und gewährleistete die Rundum-Versorgung durch die Fluid Process Group. „Die einzelnen Abläufe aufeinander abzustimmen und nahtlos ineinander übergehenzulassen, war anspruchsvoll. Jedes kleine Detail entscheidet über den Erfolg des Projekts: von grundlegenden Dingen, wie den freien Zufahrtswegen, über den Zeitpunkt der Isolierarbeiten, die Lieferung und Montage der Ventilknoten bis hin zur Elektroverkabelung. Das Alles kombiniert in einem sportlichen Zeitplan“, so Thomas Haas.

Volle Automation für vollen Erfolg

Schon die reinen Zahlen des Projekts sind für eine Brauerei imposant: 24 zylindrokonische Tanks (ZKL) mit jeweils 400 Hektoliter Bruttovolumen, vier Hefetanks mit jeweils 50 Hektoliter Bruttovolumen und sieben CIP Tanks mit ebenfalls 50 Hektoliter pro Behälter. Ein geringstmöglicher Personaleinsatz, um die Anlage zu bedienen, war das Hauptkriterium für die Wahl der automatisierten Doppelsitzventiltechnik. Insgesamt 400 Doppelsitzventile mit Steuerköpfen wurden auf acht Ventilknoten verbaut. 300 pneumatische Scheibenventile mit Steuerköpfen runden die Edelstahlventiltechnik aus dem Haus KIESELMANN ab.

Um die Anlage zu bedienen und zu beobachten, hat KIESELMANN Anlagenbau auf das Prozessleitsystem „brewmaxx“ von ProLeit gesetzt. brewmaxx ist die optimale, branchenspezifische Lösung, um solche Anlagen zu steuern. Das Prozessleitsystem bietet einige Vorteile gegenüber einer reinen Visualisierung. Neben dem Grundsatz „Parametrierung statt Programmierung“ sind vor allem die vielen brauereispezifischen und technologischen Funktionen und die einheitliche Bedienoberfläche im gesamten Produktionsbereich zu nennen. Zudem ist ein Prozessleitsytem ein wesentlich offeneres System als eine individuell programmierte Software, so Gerhard Noel, der bei KIESELMANN Anlagenbau für den Bereich MSR verantwortlich ist.

Der gesamte Keller lässt sich direkt vor Ort sowie auch vom im Hauptgebäude gelegenen Braumeisterbüro aus steuern. Die Steuerung selbst ist klassisch aufgebaut: der zentrale Hauptschaltschrank im Keller beinhaltet den kompletten Leistungsteil sowie die SPS. Er ist per Profibus DP mit den dezentralen Schaltschränken verbunden. Jeder der sechs Ventilknoten mit den dazugehörigen 4 ZKLs ist mit einem eigenen Schaltschrank ausgestattet. Diese beinhalten jeweils eine ET200M Baugruppe und einen ASi-Bus Master, der die Ansteuerung der Ventile übernimmt. Diese eindeutige, übersichtliche Zuordnung der Schaltschränke gewährleistet einen optimalen Instandhaltungsprozess. Der Einsatz der KIESELMANN Steuerköpfe mit ASI-Bus Verbindung reduzierte die Verkabelung und Verschlauchung der Doppelsitzventile auf ein Minimum. Pro Doppelsitzventil legten die Anlagenbauer nur eine Stichleitung für den ASI-Bus und eine für die Steuerluft. Die komplette elektrische Anschlusstechnik an den Steuerköpfen sowie an der verbauten Messtechnik ist mit M12 Steckern ausgerüstet. Jede Leitung ist gerade einmal einen halben Meter lang.

Die Steuerluftabgänge sind in einem Vierkantrahmen, der als Steuerluftverteiler dient, integriert. Bei einem herkömmlichen Antrieb, ohne Steuerkopf mit Busanschaltung, hätte man zu jedem Doppelsitzventil drei Luftschläuche und zwei Initiatorkabel ziehen müssen. Die Versorgung und interne Verrohrung der Anlage erfolgt über 5.340 Meter verbautes Getränkeleitungsrohr, davon 900 Meter vorisolierte Rohre. Durch die Montage der Mechanik und Elektrik sowie die Isolierung und Inbetriebnahme fielen vor Ort 18.800 Arbeitsstunden an. Der vollverglaste Neubau steht heute exponiert, circa 90 Meter entfernt von den älteren Bestandsgebäuden. Um den Lagerkeller an Versorgungsmedien und kommunizierende Gewerke aus dem Altbau anzubinden, errichtete KIESELMANN Anlagenbau eine 120 Meter lange Rohrbrücke aus Edelstahl.

Erfolge wiederholen

Die Anlage wurde Anfang 2017 in Betrieb genommen, und ermöglicht es, viele Prozesse zeitgleich zu fahren. So kann beispielsweise die Würzeannahme gleichzeitig mit dem Umpumpen und dem Transfer des Bieres zum Filter stattfinden. Auch die ortsgebundene Reinigung der Tanks im Cleaning-in-Place-Verfahren ist während der laufenden Produktion möglich. Während der vollautomatisierte Lagerkeller bereits auf Hochtouren läuft, und eine weitere Ausbauphase geplant ist, heißt es für die Anlagenbauer aus Knittlingen: nach dem Projekt ist das Nachfolgeprojekt. Für die exzellente Arbeit wurde das KIESELMANN Fluid Process Group Team direkt mit einem Folgeauftrag belohnt: der Wasserhausanlage. Auch hier lief wieder alles nach Plan und die Anlage wurde im Sommer 2017 termingerecht in Betrieb genommen.